Gremien ersetzen keine Konzepte!
Zur Berufung des Kulturrates durch Minister Mathias Brodkorb auf der heutigen Landeskulturkonferenz in Neustrelitz erklärt Kerstin Felgner, Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Mecklenburg-Vorpommern:
"Ich gratuliere den Mitgliedern des neuen Kulturrates zu ihrer Berufung. Gleichwohl bin ich fest davon überzeugt, dass ein geschlossenes Beratergremium mit intransparenten Berufungskriterien nicht das geeignete Instrument ist, die prekäre Situation der Kunst- und Kulturbranche im Land nachhaltig zu verbessern."
"Minister Brodkorbs Kulturpolitik lässt frische Konzepte, Dialogwillen und Transparenz vermissen. Ich habe den Eindruck, dass Herr Brodkorb eher verwaltet als gestaltet", kritisiert Felgner: "Mecklenburg-Vorpommern braucht kein weiteres internes Gremium, sondern zeitgemäße Förderinstrumente und ein Kulturentwicklungs-Konzept, das gemeinsam mit den Kunst- und Kulturschaffenden im Land entwickelt wird." Die Kulturszene sei so vielfältig, dass ein 17-köpfiger Kulturrat sie beim besten Willen nicht repräsentieren könne. Gute Rezepte erforderten eine breite Beteiligung. Nur sie ermögliche, das umfassende Wissen und den Ideenreichtum von Kreativen und Kulturfachleuten im Land für eine gute Kulturpolitik nutzbar zu machen.
"BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern darüber hinaus bereits seit langem, dass die Förderung von Kunst und Kultur als Pflichtaufgabe in der Landesverfassung verankert wird", Felgner weiter: "Ein solcher Schritt würde den Kulturschaffenden im Land zeigen: 'Eure Arbeit ist wichtig für unsere Gesellschaft und uns etwas wert'." Zudem sei die Erhebung von Kunst und Kultur zur Pflichtaufgabe unabdingbar, wenn der Erhalt der einzigartigen Kulturszene in Mecklenburg-Vorpommern gewährleistet und Planungssicherheit für Träger bzw. Kulturbetriebe hergestellt werden solle.
Werde die Landesregierung nicht bald aktiv, drohe dem Kulturland Mecklenburg-Vorpommern ein allmählicher Niedergang: "Wer die kulturelle Jugendbildung heute unzureichend fördert, hat morgen nicht nur kein Publikum, sondern auch keine Künstler mehr", befürchtet Felgner.

