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Donnerstag, den 02. Februar 2012, Pressemitteilung, Innen und Recht

Integrieren statt Isolieren

Das Asylbewerberheim in Jürgenstorf muss geschlossen werden. "Das Heim ist eine Schande für das Land", so der Landesvorsitzende Andreas Katz.

Bündnis 90/Die Grünen unterstützen die Forderung, das Asylbewerberheim in Jürgenstorf bei Stavenhagen zu schließen. Landesvorsitzender Andreas Katz wird deshalb heute ab 14:30 Uhr an einer Demonstration vor dem Schweriner Landtag teilnehmen.  

"Das Asylbewerberheim in Jürgenstorf ist eine Schande für das Land. An keinem anderen Ort in Mecklenburg-Vorpommern sind Flüchtlinge miserabler untergebracht“, kritisiert Landesvorsitzender Andreas Katz: „In Jürgenstorf untergebracht zu sein ist eine Strafe."

Die Isolation der Menschen in der mehrere Kilometer von Stavenhagen entfernt liegenden Unterkunft erschwere die Integration und mache vor allem bereits traumatisierte Flüchtlinge zusätzlich krank, erläutert Katz. Kinder und Jugendliche hätten kaum eine Möglichkeit, ihre Freizeit mit deutschen Gleichaltrigen zu verbringen. Für die in Jürgenstorf untergebrachten Flüchtlinge seien alle Wege weit und die öffentlichen Verkehrsmittel nicht oder nur schwer bezahlbar. Das Engagement der Schule, der Kirchen und von ehrenamtlichen Helfern könne die mit der Lage und dem schlechten Zustand des Heimes verbundenen Nachteile nicht aufwiegen. 

"Asylbewerberheime gehören in die Städte“, fordert Katz. Allerdings sei auch die beste Heimunterbringung auf Dauer eine psychische und gesundheitliche Belastung. „Angesichts der oft langjährigen Asylverfahren ist unser Ziel, dass insbesondere Familien und traumatisierte Menschen so schnell wie möglich dezentral untergebracht werden. Flüchtlinge haben wie alle Menschen das Recht auf Privatsphäre und ein selbstbestimmtes Leben. In Heimen wie Jürgenstorf wird ihnen dieses Recht genommen", so Katz.

Zuletzt hatten im Dezember 2011 achtzehn Organisationen und Einzelpersonen, darunter der frühere Landtagspräsident Hinrich Küssner, in einem offenen Brief an den Innenminister und an den Landrat des Landkreises die Auflösung des Heimes gefordert.

Anlass für die Schweriner Demonstration ist ein Antrag des Migrationspolitischen Sprechers der Linksfraktion, Dr. Hikmat Al Sabty, der heute im Landtag verhandelt wird. 

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