Natürliche Lebensgrundlagen müssen bewahrt werden
„Die Lösung der wirtschaftlichen, umweltpolitischen und sozialen Probleme kann nicht getrennt voneinander angegangen werden“, mahnt Kerstin Felgner, Landesvorsitzende der Bündnisgrünen M-V. „Vielmehr können diese anstehenden Herausforderungen wirklich nachhaltig nur zusammen gelöst werden. Nachhaltigkeit bedeutet die zukunftsfähige Verbindung von ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Entwicklung. Dabei ist die Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen unser zentrales Anliegen.“
Für Mecklenburg-Vorpommern bedeute das, wirtschaftlich auf strategische Zukunftsmärkte, wie Erneuerbare Energien, schadstoffarme Antriebskonzepte, Energiespartechnik, produktintegrierten Umweltschutz, ökologischen Landbau und ökoeffiziente Dienstleistungen wie den naturnahen Tourismus zu setzen. Im Bildungsbereich müsse deutlich mehr investiert werden, das heißt auch in mehr Personal. Von der Kita über die Schulen bis zu den Hochschulen und die Weiterbildung bringt das neue Jobs und bessere Betreuungsverhältnisse.
„Die nachhaltige Entwicklung Mecklenburg-Vorpommerns kann nur gelingen, wenn sie auf allen Ebenen von der Gemeinde bis zum Land angepackt wird“, erläutert Felgner. „Die Landesverwaltung muss Vorbildfunktion übernehmen und Kriterien der ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit stärker berücksichtigen. Der Mindestlohn ist hierbei ein guter Baustein, aber eben nur einer von vielen. Ein gutes Beispiel für Nachhaltigkeit mit Vorbildfunktion sind die Bioenergiedörfer hier bei uns in Mecklenburg-Vorpommern.“
Seit 2009 wird in M-V durch die „Akademie für nachhaltige Entwicklung“ (ANE) mit Unterstützung und Förderung durch die Landesregierung das sogenannte „Bioenergiedorfcoaching“ durchgeführt. Erklärtes Ziel der Maßnahme sind 500 Bioenergiedörfer in Mecklenburg-Vorpommern. Im Rahmen des Bioenergiedorfcoachings wurden in allen Teilen des Landes durch die ANE Veranstaltungen durchgeführt, die den Weg hin zum Bioenergiedorf weisen sollen. Bioenergiedörfer decken ihren Energiebedarf fast vollständig aus Erneuerbaren Energien. Die CO2-Emissionen werden verringert, Arbeitsplätze entstehen, die Wertschöpfung bleibt in der Region und mit moderaten Energiepreisen können günstige Standortbedingungen für weitere Unternehmen geschaffen werden. Bisher haben circa 80 Kommunen den Beschluss gefasst, Bioenergiedorf zu werden. Einige von ihnen versorgen sich bereits mit Strom und Wärme aus Biomasse und sind zum Bioenergiedorf geworden. Felgner: „Dieses zentrale Projekt muss weiter ausgebaut und vom Land noch stärker gefördert werden. Gemeinden, die den Weg zum Bioenergiedorf einschlagen wollen, müssen die Möglichkeit zu einer Konzepterarbeitung erhalten, als Grundlage für die weiteren Umsetzungsschritte, wie beispielsweise die Analyse der Energiepotentiale, des Energiebedarfs sowie eine erste Zusammenstellung sinnvoller Maßnahmen. Es braucht aber auch klare Grenzen: Es muss eine wirkliche Beteiligung der Anwohnerinnen und Anwohner erfolgen und die Anforderungen des Naturschutzes bei der Entwicklung der Erneuerbaren Energien müssen beachtet werden. Biomasseanlagen müssen vor allem Reststoffe verwerten und dürfen nicht zu Maismonokulturen rund um die Anlagen führen.“
Um die ganzen Möglichkeiten und Ideen in die Tat umzusetzen, hat sich in M-V eine "Genossenschaft der Bioenergiedörfer" gegründet, die ihren Sitz selbstverständlich ebenfalls in einem Bioenergiedorf hat: in Bollewick. Diese Genossenschaft, die zur Zeit etwa 20 Bioenergiedörfer als Mitglieder hat, stellt es sich zur Aufgabe, die einzelnen Akteure miteinander zu vernetzen und Hilfestellung dabei zu leisten, Ideen und die Möglichkeiten vor Ort optimal in die Tat umzusetzen.
„Ziel all dieser Aktivitäten ist es, an dem Standort Mecklenburg-Vorpommern die Einwohner preiswert mit umweltschonend erzeugten Energien zu versorgen und unter den gegebenen Voraussetzungen im Land die für alle Beteiligten optimalen Ergebnisse im Sinne einer wirtschaftlich tragfähigen Energiewende zu erzielen“, erklärt die Landesvorsitzende.
