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Montag, den 09. Januar 2012, Pressemitteilung

Abgabe von Antibiotika ist eher Regel als Ausnahme

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern Umdenken in der Industriellen Tierhaltung

(CC BY-ND 2.0) angelaseiten

Zur aktuellen Studie des BUND bezüglich der Vergabe von Antibiotika in Hähnchenmastanlagen fordern die Bündnisgrünen M-V ein grundsätzliches Umdenken bezüglich der industriellen Massentierhaltung. Claudia Schulz, agrarpolitische Expertin des Verbandes erklärt: „Die Studie zeigt, dass die Vergabe von Antibiotika eher die Regel ist, als – wie immer von den Betrieben und der Bundesregierung beteuert – die Ausnahme. Es ist erschreckend, zu sehen, dass der Fortbestand und die Wirtschaftlichkeit in diesem Sektor, zum Großteil davon abhängig sind, Tiere unter teilweise unzumutbaren Umständen und unter der permanenten Abgabe von Medikamenten zu halten. Da muss endlich etwas passieren. Unter diesen Bedingungen ist eine tierschutzgerechte Haltung unmöglich. Kleine Betriebe mit höherer Mastdauer weisen eine deutlich geringere Behandlungsintensität aus. Zuträglich wäre zudem das Konzept der Einzeltierbehandlung: Gängig ist es, den Gesamttierbestand im Stall mit Medikamenten zu behandeln, auch wenn nur ein einzelnes Tier erkrankt ist. Tierärzte sollten außerdem dazu verpflichtet werden, genau darzulegen, warum sie welches Medikament in welchem Umfang verabreichen.“
Auf der Hälfte des vom BUND in Stichproben geprüften Hähnchenfleisches aus deutschen Supermärkten (Berlin, Hamburg, Köln, Nürnberg, Raum Stuttgart) wurden antibiotikaresistente - für Menschen durchaus gesundheitsschädigende – Keime gefunden. Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender: „Jede zweite Hähnchenfleisch-Probe aus deutschen Supermärkten ist mit antibiotikaresistenten Keimen belastet. Das ist die erschreckende Folge des fortgesetzten Antibiotika-Missbrauchs. Dieser ist nicht nur dafür verantwortlich, dass wichtige Medikamente ihre lebensrettende Wirkung verlieren können. Das Ausmaß der Kontamination von Lebensmitteln mit Krankenhauskeimen ist ein deutliches Warnsignal vor den Kollateralschäden der industriellen Tierhaltung."

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