Binz verbannt Schwule und Lesben aus dem Ortszentrum
Zur Binzer Entscheidung, am Internationalen Tag gegen Homophobie am 17. Mai für einen Informationsstand des Regenbogen-Vereins für Schwule und Lesben e.V. nur einen Standort fernab des Ortskerns zur Verfügung zu stellen, erklärt der Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Andreas Katz:
"Homosexuelle Frauen und Männer begegnen auch in Mecklenburg-Vorpommern immer noch Intoleranz und tief verwurzelten Vorurteilen, nicht selten auch Gewalt. Dagegen helfen Information und Aufklärung. Wer Lesben, Schwule und Transsexuelle als gleichberechtigte und gleichwertige Mitglieder unserer Gesellschaft begreift, muss ihnen also ermöglichen, öffentlich und gut sichtbar über ihre Lebensweise zu informieren. Binz, das als Tourismuszentrum eigentlich für Weltoffenheit und Toleranz stehen sollte, verbannt seine Lesben und Schwulen aus dem Stadtzentrum. Das ist nicht hinnehmbar und setzt auch gegenüber Urlaubsgästen ein vollkommen falsches Signal. Integration sieht definitiv anders aus!"
Dass Aktivitäten von Vereinen und politischen Gruppierungen an der Seebrücke generell verboten seien, will Katz als Argument nicht gelten lassen: "Wo Menschen miteinander reden, lebt die Demokratie. Deshalb sind alle demokratischen Kräfte in unserer Gesellschaft in der Pflicht, eine solche Kultur des offenen Austauschs aktiv zu fördern. Das Binzer Verbot zeugt nicht von politischer Neutralität, sondern schafft einen demokratie- und bürgerrechtsfreien Raum, in dem menschenfeindliche Ideologien und Gewalt bestens gedeihen können", ist Katz überzeugt.
Da der Internationale Tag gegen Homophobie in diesem Jahr mit dem sogenannten Herrentag zusammenfalle, werde in der Gemeinde scheinbar auch befürchtet, die Präsenz von Lesben und Schwulen könne Gewalt provozieren. Hierzu meint Katz: "Die Gemeinde ist in der Pflicht, alle Bürgerinnen und Bürger an jedem Tag im Jahr vor Anfeindungen und Gewalt zu schützen. Das gilt auch und in besonderem Maße für die vermeintlichen Minderheiten in unserem Land. Wo das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung und körperliche Unversehrtheit nicht mehr uneingeschränkt gewährleistet werden kann, befindet sich die Demokratie bereits auf dem Rückzug. Die Gemeinde sollte deshalb jetzt sehr genau darüber nachdenken, wie sie ihre Prioritäten setzt."

