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Dienstag, den 14. Juni 2011, Gruene-LV, Pressemitteilung, Bildung und Kultur

Diplom kassiert, Tesch blamiert

Grüne warnen Hochschulen vor Diplom-Verleihung

Es war der Versuch der rot-schwarzen Landesregierung, gute Stimmung in den von Reformen geplagten Hochschulen zu verbreiten. Die Studenten, die in den vergangenen Jahren für bessere Betreuung, bessere Lehrpläne und bessere Ausstattung auf die Straßen gingen, sollten mit der Verleihung des alten Diplom-Titels beruhigt werden. SPD und CDU rühmten sich noch vor einem halben Jahr, in Mecklenburg-Vorpommern das Diplom wieder eingeführt zu haben. Die Grünen sprachen schon damals von Augenwischerei, kein einziges Problem sei schließlich mit der Wiedereinführung des alten Titels gelöst worden. Nun hat der Akkreditierungsrat die Notbremse gezogen und die neue Regelung faktisch kassiert. Denn er will jeder Hochschule, die in einem Masterstudiengang optional auch ein Diplom verleiht, die wichtige Akkreditierung, also das Qualitätssiegel, entziehen. Das würde bedeuten, dass Abschlüsse nicht anerkannt würden, der Ruf der Hochschule wäre ruiniert. Die Grünen warnen deshalb alle Hochschulen vor der Anwendung der Optionsklausel.


„Das ist einfach nur noch blamabel“, zeigt sich Johannes Saalfeld, hochschulpolitischer Sprecher der Landesgrünen, bestürzt. „Bildungsminister Henry Tesch leistet sich einen Fehler nach dem anderen und schadet damit in unerträglicher Weise dem Bildungsstandort M-V“, so Saalfeld. Die Grünen empfehlen allen Hochschulen nachdrücklich, die Option des Landeshochschulgesetzes nicht anzuwenden und keinesfalls optional die Verleihung des Diplomtitels anzubieten. Andernfalls drohe die Entziehung des wichtigsten Qualitätssiegels, der Akkreditierung. Bildungsminister Tesch hat nun angekündigt, schnell mit dem Akkreditierungsrat zu verhandeln. Die Grünen halten das nur noch für ein Rückzugsgefecht. In den ländergemeinsamen Strukturvorgaben für die Bachelor- und Masterstudiengänge stehe unmissverständlich, dass in Masterstudiengängen nicht optional Diplome verliehen werden dürfen. Saalfeld schüttelt nur noch den Kopf, in anderen Bundesländern hätte es schon längst eine Kabinettsumbildung gegeben.

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