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Mittwoch, den 29. Juni 2011, Pressemitteilung, Gruene-LV, Bildung und Kultur

Diplom-Posse geht in die nächste Runde

Regierungskoalition sucht nun offene Konfrontation mit Akkreditierungsrat.

Johannes Saalfeld, hochschulpolitischer Sprecher Bündnis 90/Die Grünen

Jetzt sucht die Regierungskoalition die offene Konfrontation mit dem Akkreditierungsrat. Dieser ist für die Qualitätssicherung der Studienabschlüsse in Deutschland zuständig und hatte kürzlich per Beschluss klargestellt, dass jedem Master-Studiengang, für den es hinterher auch einen alten Diplom-Titel gibt, das Gütesiegel entzogen wird. Dies wäre eine Katastrophe für alle Studierenden, die den Wechsel des Studienorts oder Stellen im öffentlichen Dienst anstreben. Denn Studienleistungen würden von anderen Hochschulen nicht mehr anerkannt und akkreditierte FH-Master sind Voraussetzung für den Einstieg in den höheren Dienst der Beamtenlaufbahn.

CDU und SPD wollen scheinbar nun juristisch gegen den Beschluss des Akkreditierungsrat vorgehen, wie die Ostsee-Zeitung berichtete. „Wenn es denn so einfach wäre. Der Akkreditierungsrat handelt hier jedoch nicht innerhalb eines Ermessensspielraums, sondern hält sich strikt an die ländergemeinsamen Strukturvorgaben. Statt zu klagen, sollte Bildungsminister Tesch (CDU) mit seinen Amtskollegen in den anderen Bundesländern ins Gespräch kommen. Diese haben eben festgelegt, dass die optionale Diplom-Verleihung ausgeschlossen ist“, so Johannes Saalfeld, hochschulpolitischer Sprecher der Grünen.

Statt den Akkreditierungsrat anzugreifen, solle die Regierungskoalition lieber ihre Hausaufgaben machen, so Saalfeld. Denn einigen Studiengängen in Mecklenburg-Vorpommern droht auch wegen schlechter Ausstattung und mangelnder Studierbarkeit die Aberkennung des Gütesiegels. „Es wäre vernünftig, wenn die Regierungskoalition ihre Symbolpolitik endlich begräbt. Die Abschlüsse müssen von hoher Qualität sein, dann ist es auch egal, ob diese nun Master oder Diplom heißen. Wir brauchen keine Symbolpolitik, sondern eine echte Reform der Studienordnungen“, meint Saalfeld.

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