Dubiose Vorschläge im Masterplan Gesundheitswirtschaft
Die GRÜNEN haben der Landesregierung vorgeworfen, im neuen Masterplan Gesundheitswirtschaft "dubiose Interessen" der Ernährungswirtschaft zu unterstützen. "Teile dieses Masterplans helfen uns nicht dabei, Gesundheitsland Nr. 1 zu werden", kritisierte Spitzenkandidatin und Landesvorsitzende Silke Gajek. So sei eine Kampagne unter dem Namen "Bewusst essen - gesund ernähren" geplant. Mit der Kampagne soll das Ziel erreicht werden, die Bevölkerung für eine ausgewogene Ernährung aber auch für Lebensmittel mit Zusatznutzenkomponenten zu sensibilisieren (vgl. Masterplan Seite 90). Dies sind beispielsweise Lebensmittel, die den Verbraucherinnen und Verbrauchern versprechen, mit speziellen Inhaltsstoffen die Cholesterinwerte zu senken oder Herz-Kreislauferkrankungen vorzubeugen. Ein Beleg für diesen Nutzen gibt es häufig nicht.
Gajek forderte die Landesregierung auf, den Masterplan zurückzuziehen und den Abschnitt zu Ernährung und Gesundheit komplett zu überarbeiten. Statt den Fokus dieser Kampagne auf Lebensmittel mit besagten Zusatzkomponenten zu legen, sehen die Bündnisgrünen eine Förderung und Sensibilisierung für Bioprodukte und regionale Produkte aus Mecklenburg-Vorpommern als eine gute Alternative zum vorliegenden Konzept. "Der Begriff Gesundheit soll mit dem Segen der Landesregierung missbraucht werden, um vor allem Kindern dubiose Lebensmittel anzudrehen. Das ist unverantwortlich", so die grüne Politikerin. Insbesondere in Kitas und Schulen soll diese Kampagne für neue Produkte und gesunde Ernährung werben. Bedenklich sei vor allem, so Gajek, dass viele derartiger Produkte überhaupt keinen Zusatznutzen hätten. "Für gesunde Ernährung sind keine neuen Produkte notwendig. Statt diese Botschaft gerade bei Kindern zu stärken, unterstützt die Landesregierung die zweifelhaften Marketingstrategien der Lebensmittelindustrie. Das konterkariert alle Bemühungen um eine vernünftige Aufklärung der Kinder." Nach Ansicht von Gajek sei die Verquickung von Landesmarketing, Absatzinteressen der Nahrungsgüterindustrie und Gesundheitsprävention ein sehr fragwürdiger Ansatz. Das Ziel, die Gesundheit im Lande zu stärken, könne auf diese Weise nicht erreicht werden.

