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Freitag, den 05. August 2011, Pressemitteilung, Gruene-LV, Gesundheit Soziales, Bildung und Kultur

Grüne fordern bessere Kinderbetreuung

Silke Gajek: Unser Land verliert den Anschluss bei der Kinderbetreuung. Der Betreuungsschlüssel muss daher verbessert, die Finanzierung gebündelt werden.

Foto: Florian Seiffert @flickr.com (CC BY-NC-SA 2.0

Foto: Florian Seiffert @flickr.com (CC BY-NC-SA 2.0)

Die Spitzenkandidatin von Bündnis 90/ Die Grünen, Silke Gajek, hat eine umfassende Reform der Kita-Finanzierung in MV gefordert. „Unser Land verliert den Anschluss bei der Kinderbetreuung. Das Finanzierungssystem der Kindertagesbetreuung in Mecklenburg-Vorpommern führt nicht nur zu einer immer größeren Belastung der Eltern, es ist auch mit unheimlich viel Bürokratie verbunden. Das muss sich ändern.“ erklärte Gajek. Anstatt immer neue Fördertöpfe aufzumachen, wie es die Landesregierung mit der letzten Reform der KiFöG getan hat, forderte Gajek die Zusammenführung aller Mittel. Diese sollten dann vorrangig zur Senkung des Betreuungsschlüssels verwendet werden.

Im Bereich der Kindertagesbetreuung für drei- bis sechsjährige kommt derzeit nach den in M-V geltenden Richtwerten eine Fachkraft auf 17 Kinder. Damit liegt Mecklenburg-Vorpommern weit oberhalb der von Fachleuten empfohlenen Werte. „Ein niedriger Betreuungsschlüssel ist da A und O für eine gute Förderung der Kinder. Was nutzen schöne Formulierungen zur individuellen Förderung im Gesetz, wenn sie in der Praxis nicht umgesetzt werden können?“, fragt Gajek.

Auch die finanzielle Ausstattung der Kindertagesbetreuung hält Gajek für unzureichend. „Das Land muss hier mehr Geld in die Hand nehmen. Es ist mir unerklärlich, wie sich die beiden Regierungsparteien damit brüsten können, die Situation der KiTas verbessert zu haben. Durch die zusätzlichen Mittel, die das Land seit 2010 bereit stellt, werden lediglich die Kürzungen wieder zurückgenommen, die seit 2007 erfolgt sind.“ Eine grundlegende Änderung der Situation sei durch diese Zuschüsse nicht zu erwarten, befürchtet Gajek.

Die Zahl der Kinder, die in Mecklenburg-Vorpommern eine KiTa oder Krippe besuchen, ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung bescheinigte M-V jedoch den bundesweit schlechtesten Betreuungsschlüssel bei den über 3jährigen. Von Fachleuten wird für KiTas eine Quote von 1:10, maximal 1:15 empfohlen. Von 2007 bis 2010 waren die Nettoausgaben des Landes pro Kind kontinuierlich gesunken. Auch nach der Reform des KiFöG im Jahr 2010 liegt Mecklenburg-Vorpommern hier weit unterhalb des Förderniveaus anderer ostdeutscher Bundesländer.

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