Monika Lazar stellt Strategien gegen Rechtsextremismus vor
In vielen Plattenbauvierteln auf dem Land stellen Supermärkte den einzigen öffentlichen Treffpunkt für die Menschen dar. Die Bewohner haben das Gefühl, dass selbst die Kommunalpolitik sie abgeschrieben hat. "Demokratie beginnt vor der eigenen Haustür!" - mahnt MdB Monika Lazar. Politiker müssen auch hier - abseits der touristischen Innenstädte - ihre Vorbildfunktion wahrnehmen und Demokratie leben. Besonders kritisch sieht sie die beständigen Kürzungen der sozialpädagogischen Arbeit vor Ort. "Jetzt an den falschen Stellen zu sparen, macht es langfristig teurer". so Monika Lazar. Die sozialpädagogische Arbeit vor Ort ist ein langwieriger Prozess, deren Erfolg schwer zu bemessen ist.
Silke Gajek, Landesvorstand von Bündnis 90/Die Grünen M-V, gibt zu bedenken, dass durch die Zusammenlegung der Landkreise die Wege für die Streetworker und Pädagogen ungleich länger sind, so dass die Arbeit auf dem Land enorm erschwert wird. Während des Gesprächs wurde u.a. die aktuellen Entwicklungen der letzten Jahre erörtert, dass Rechtsextremismus sich nicht mehr nur durch Alltagsrassismus und Gewaltübergriffe bemerkbar macht, sondern dass die Extremisten zunehmend organisierter sind und versuchen sich in immer mehr wichtigen Bereichen des öffentlichen Lebens zu etablieren. Besonders die ländliche Jugendarbeit ist damit ins Visier der "Neuen Rechten" gekommen. Mitglieder einer rechtsextremistischen Partei engagieren sich haupt- oder ehrenamtlich in Feuerwehren, Sportvereinen oder Jugendeinrichtungen um Kinder und Heranwachsende an ihr geschlossenes Weltbild heranzuführen. Wie sollen und können der Staat, die Städte, die Gemeinden und die Kommunen auf diese Entwicklung reagieren?

