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Montag, den 18. April 2011, Gruene-LV, Pressemitteilung, Bildung und Kultur

Studierendenansturm erwartet

In den nächsten fünf Jahren stellen viele westdeutsche Bundesländer vom neunjährigen auf das achtjährige Gymnasium um. Infolgedessen werden deutschlandweit rund 275.000 zusätzliche Studierende erwartet.

Johannes Saalfeld

Die Grünen fordern die Landesregierung auf, endlich eine Strategie vorzulegen, um diese einmalige Chance zu nutzen und die Hochschulen für den Bewerberansturm vorzubereiten.

„In den kommenden fünf Jahren bietet sich für Mecklenburg-Vorpommern die einmalige Chance, viele junge Menschen ins Land zu holen und für die Zukunft hochqualifizierte Fachkräfte zu sichern. Zum ersten Mal wandert nicht die ostdeutsche Jugend in den Westen ab, sondern die westdeutschen Studienanfänger kommen zu uns in den Nordosten. Leider hat die Landesregierung noch keine Strategie vorgelegt, wie sie diese Chance nutzen und die Hochschulen für den Bewerberansturm vorbereiten will“, so Johannes Saalfeld, hochschulpolitischer Sprecher und Mitglied des Landesvorstands von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.
Die erste große Studienanfängerwelle wird schon für dieses Jahr erwartet.  Dann sind nämlich die Flächenstaaten Bayern und Niedersachsen an der Reihe. Und durch die Umstellung in diesen beiden bevölkerungsreichen Ländern werden so viele Abiturienten wie noch niemals zuvor an die deutschen Hochschulen drängen. 2013 folgt das bevölkerungsreichste deutsche Bundesland Nordrhein-Westfalen, und es wird noch mal enger an den Hochschulen. Das Jahr 2013 markiert den Höhepunkt des Bewerberansturms. Die Kultusministerkonferenz erwartet jedoch erst für das Jahr 2020 eine Normalisierung auf das Niveau der vergangenen Jahre. Grund dafür seien Verzögerungseffekte und steigende Bildungsbeteiligung – immer mehr junge Menschen entscheiden sich für ein Studium.
„Die Hochschulpolitik von SPD, CDU und LINKE stellt sich jetzt als Hemmschuh für die Landesentwicklung heraus“, so Saalfeld. Im Jahr 2005 hatte die damalige Landesregierung die Einsparung von fast jeder fünften Personalstelle an den Hochschulen beschlossen. Das bedeutet für die Universitäten und Fachhochschulen im Land rund 25 Mio. Euro jährlich weniger. Begründet wurde dieser Rückbau durch den angeblichen Rückgang der Studierendenzahlen. Kurz darauf legte die Bundesregierung den Hochschulpakt auf, in dem sich die ostdeutschen Bundesländer dazu verpflichten, die Zahl der Studienplätze auf dem Niveau von 2005 zu halten, um die vielen Studienanfänger aus Westdeutschland aufzunehmen. Die Landesregierung willigte in den Hochschulpakt ein und erhält dafür rund 3 Mio. Euro jährlich von der Bundesregierung. Langfristig stehen somit rund 25 Mio. Euro Landeseinsparung 3 Mio. Euro zusätzliche Bundesmittel gegenüber. Die Hochschulen sollen damit aber die gleiche Leistung erbringen. „Diese Politik ist unverantwortlich und unklug. Wir brauchen im Nordosten jeden jungen Menschen und gut ausgestatte Hochschulen“, so Saalfeld.

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