Pate werden

07.03.2005

Offene Kanäle und Bürgermedien stärken und weiterentwickeln

Beschluß des Landesdelegiertenrates am 5. März 2005 in Neustrelitz

Für Bündnis 90/Die Grünen sind die offenen Kanäle ein wichtiges Instrument, um den Menschen die Fähigkeit zu einem distanzierten, selbstbestimmten und reflektierten Umgang mit rundfunkbezogenen Medien zu vermitteln. Offene Kanäle dienen als Mittel zur demokratischen Partizipation an der öffentlichen Meinung.

Menschen, die die Chance nutzen, Medien aktiv zu gestalten statt sie passiv zu konsumieren, gewinnen aber auch an Bereitschaft, politisch zu handeln. Sie müssen sich mit sich, ihren Interessen und den Reaktionen der Umwelt auf ihre veröffentlichte Meinung auseinandersetzen. Offene Kanäle sind somit ein gewichtiger Baustein der politischen Bildung in Mecklenburg-Vorpommern. Von der Politik verlangt es hingegen nicht nur Mut, diese demokratischen Prozesse zuzulassen. Es gehört auch Mut dazu, diese Prozesse auszuhalten.

In Teilen der rot-roten Landesregierung gibt es seit längerem Forderungen, die Mittel für die Medienkompetenzförderung zugunsten einer wirtschaftlichen Filmförderung („Locationförderung“) zu kürzen. Diese Bestrebungen lehnen Bündnis 90/Die Grünen ab. Die Offenen Kanäle und Bürgermedien müssen statt dessen in die Lage versetzt werden, sich neuen gesellschaftlichen Anforderungen zu öffnen.

In einem dünn besiedelten Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern bedarf es darüber hinaus der Stärkung spezieller Angebote der Medienkompetenzvermittlung im ländlichen Raum.

Mecklenburg-Vorpommern Bündnis 90/ Die Grünen erteilen zudem Forderungen von CDU und PDS, die Programminhalte der Offenen Kanäle über die im Landesrundfunkgesetz für alle Rundfunkangebote in Mecklenburg-Vorpommern geregelten Programmgrundsätze (§23, Absatz 1) hinaus, zu reglementieren, eine klare Absage.