04.12.2007
PISA bestätigt soziale Differenzierung
Bündnis 90/Die Grünen sehen sich durch die heute veröffentlichten PISA-Ergebnisse in ihrer Forderung nach weiteren inhaltlichen und strukturellen Reformen bestätigt. Nach wie vor sind in Deutschland der soziale Status und das Bildungsinteresse der Familie von größerer Bedeutung für die Bildungskarriere als die tatsächliche Leistung und Begabung der Schülerinnen und Schüler.
Der Sprecher der bündnisgrünen Landesarbeitsgemeinschaft Bildung, Andreas Katz, erkennt in der Studie starke Argumente für weitere strukturelle und inhaltliche Reformen: „Die unangefochtene Spitzenstellung Finnlands sollte uns motivieren, das finnische Bildungssystem zum Vorbild für weitere Reformen zu nehmen. Dort ist es offensichtlich gelungen, Struktur- und Unterrichtsreformen zum Vorteil aller Schülerinnen und Schüler zu verbinden. Auch die Verfechter des Gymnasiums sollten jetzt eingestehen, dass ein hohes Leistungsniveau auch und sogar besser in einem Schulsystem möglich ist, das auf Integration statt auf Auslese beruht. Das entscheidende Argument gegen die Beibehaltung des gegliederten Schulwesens ist für mich aber die damit verbundene Ungerechtigkeit. Keine Gesellschaft kann auf Dauer mit einem Bildungssystem leben, das dem eigenen Anspruch an Demokratie und Gerechtigkeit so eklatant entgegensteht. Das deutsche Bildungssystem mag ein schwer zu dirigierender Flottenverband sein. Das sollte uns in Mecklenburg-Vorpommern aber nicht daran hindern, unseren kleinen Dampfer in die richtige Richtung zu lenken.