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Donnerstag, den 27. Januar 2011, Gesundheit Soziales, Gruene-LV, Pressemitteilung

Verbesserung der medizinischen Versorgung nicht in Sicht

Vorschläge der Landesregierung sind kurzsichtig und einfallslos

Silke Gajek, Landesvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen Mecklenburg-Vorpommern

Silke Gajek, Landesvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen Mecklenburg-Vorpommern

Als „kurzsichtig und einfallslos“ hat Silke Gajek, grüne Landesvorsitzende und Spitzenkandidatin zur Landtagswahl die Vorschläge der Großer Koalition zur Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern kritisiert. „Der Landtagsantrag von CDU und SPD wird den Herausforderungen einer alternden Gesellschaft nicht gerecht“, so Gajek.

Die Auswirkungen des demographischen Wandels dürften nicht auf den viel beschworenen Ärztemangel reduziert werden. Vielmehr sei wegen der steigenden Zahl von chronisch kranken und mehrfach erkrankten Patienten eine grundlegend andere gesundheitliche Versorgung nötig. Dabei müssten auch die Pflege und andere Gesundheitsberufe besser einbezogen werden, forderte Silke Gajek. „Die Patienten gehören in den Mittelpunkt. An ihren Bedürfnissen muss sich die Gesundheitsversorgung künftig orientieren“, sagte die grüne Spitzenkandidatin.

Die Vorschläge von SPD und CDU entsprächen dem, was die Gesundheitsministerkonferenz ohnehin bereits im vergangenen Jahr zur Beteiligung der Länder an der ärztlichen Bedarfsplanung beschlossen habe. Darin werden lediglich eine stärkere Beteiligung der Länder sowie ein zusätzliches Gremium für die Bedarfsplanung gefordert. Echte Kooperation und bessere Vernet-zung zwischen Krankenhäusern, niedergelassenen Ärzten und ambulanten Pflegediensten werde so noch nicht erreicht. Gajek schlug stattdessen vor, Krankenhausplanung und ärztliche Bedarfsplanung in einem neu zu schaffenden Versorgungsausschuss zusammenzuführen in den auch andere Gesundheitsberufe, jeweils betroffene Gemeinden sowie die Patienten einbezogen werden. Dieser Ausschuss solle an die Stelle des Krankenhausausschusses und des Landesausschusses der Ärzte und Krankenkassen treten. Gajek: „Die Landesregierung ist nicht mutig genug. Wer die Versorgung verbessern will, der muss auf alte Zöpfe verzichten.“

Die Forderung nach einem Stipendium für Medizinstudenten sei nicht falsch. Sie greife aber deutlich zu kurz. Aus der Perspektive Mecklenburg-Vorpommerns komme es auch darauf an, die ärztliche Überversorgung in manchen Teilen Deutschlands abzubauen. Dies sei eine wesentliche Bedingung, um die Unterversorgung zu bekämpfen und eine bedarfsgerechte Versorgung in ganz Deutschland auf Dauer finanzieren zu können. Davon stehe allerdings in dem Antrag der Landesregierung nichts, da er nur den Minimalkompromiss der der Gesundheitsminister aller Bundländer widerspiegelt, kritisierte Gajek.

Gajek verwies auf ein Gutachten des Sachverständigenrates für das Gesundheitswesen von 2009. Dieses enthalte vor dem Hintergrund des demographischen Wandels viele „kluge Vorschläge“, wie die Versorgung durch mehr Kooperation und Vernetzung verbessert werden könne. Daran solle sich die Landesregierung orientieren und sich für neue Versorgungsformen in Meck-lenburg-Vorpommern stark machen.

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